Rescue Dada Center
("Rette meine Schwester")
Maria Ester De la Vega besuchte das Zentrum zusammen mit ihrer Übersetzerin Danica für drei Tage.
Drei Tage lang verwandelte die in München lebende Künstlerin Maria Esther De la Vega zusammen mit ihrer Übersetzerin Danica Adzibaba das Rescue Dada Center in ein Malatelier. Misereor unterstützt mit Rescue Dada Center (auf Kiswahili: "rette meine Schwester") Mädchen im Alter von 5 bis 16 Jahren, die auf der Straße leben. Dort sind sie im täglichen Leben vielen Gefahren ausgesetzt: Drogen, sexuellem Missbrauch, fehlendem Zugang zu Schule und Gesundheitsdiensten, HIV-Infektionen und frühe Schwangerschaften. Zugehörigkeit in Gangs bestimmen darüber hinaus das Leben der Mädchen. Durch das Rescue Dada Zentrum erleben die Kinder die Struktur eines fehlenden Zuhauses.

Sie können dort die Schule besuchen oder einen Beruf erlernen und leben in einer Struktur, die ihnen sowohl Wärme durch die “Hausmütter”, die Leitung, Sozialarbeiter(innen) und Lehre(innen) als auch ein geschütztes Miteinander mit den anderen Mädchen vermittelt.

Maria Esther De la Vega besuchte das Zentrum zusammen mit ihrer Übersetzerin Danica Adzibaba für drei Tage. Maria war es sehr wichtig, durch gemeinsame Mahlzeiten, Gesang, Spiel und Spaß am ersten Tag erstmal Vertrauen zu den Mädchen und dem Zentrum aufzubauen.

Der zweite Tag gehörte dem gemeinsamen Bild und dem Gedanken "gemeinsam sind wir stark", in der Gruppe und im Team. Das spiegelt sich insgesamt auch im pädagogischen Ansatz von Rescue Dada Zentrum wieder, das den Kindern nicht nur Schutz gewähren möchte, sondern ihnen auch viele Fähigkeiten (psychische, handwerkliche wie auch akademische) mitgeben möchte, um sie nach einem Jahr wieder in die Gesellschaft zu integrieren. Der kenianische Staat bzw. die kenianischen Gesetze legt diesen zeitlichen Rahmen fest.

Der zweite Tag war endlich auch bestimmt von der Kunst des Malens, was für die meisten Mädchen eine völlig neue Erfahrung war. Einen Pinsel das erste Mal zu halten, die Farben zu riechen und zu fühlen. Die ersten Pinselstriche waren für die Mädchen eine neue Form der Ausdrucksmöglichkeit und der Kommunikation.

Kunst wird bei Rescue Dada traditionell durch Gesang und Gedichte erlebt, die die Mädchen dazu ermuntern sollen, von ihrer Realität auf der Straße zu erzählen und von den Wünschen, die sie sich für ihre Zukunft erhoffen. Das Malen mit Pinsel und Farben ist eine völlig neue Ausdrucksform für die 70 Mädchen und wurde mit großer Begeisterung ausprobiert. Den Mädchen konnte es nicht schnell genug gehen bis sie an der Reihe waren, am Gemeinschaftsbild mitzumalen und den Beitrag auf der Leinwand zu signieren. Kleine Beiträge, die die Mädchen mit großem Stolz erfüllten und die mit viel Konzentration, Ungeduld, Lachen begleitetet wurden. Jeder Pinselstrich wurde mit Argusaugen beobachtet und auch von den Freundinnen, die sich um das Bild versammelt hatten, kommentiert. Die Freude und Kreativität der Mädchen nahm uns alle mit und machte Marias Kunstprojekt zu einem beeindruckenden Erlebnis für alle die dabei waren oder nur zuschauten.